21 March 2026, 06:29

Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet überraschend Insolvenz an

Offenes Buch mit handschriftlicher genealogischer Familienbaum-Darstellung, die die Abstammung einer deutschen Familie zeigt.

Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet überraschend Insolvenz an

Mayer & Cie., ein seit 120 Jahren familiengeführter Hersteller von Rundstrickmaschinen, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das in vierter Generation von den Brüdern Benjamin, Marcus und Sebastian Mayer geleitet wird, hat nun drei Monate Zeit, um die Geschäfte zu stabilisieren – andernfalls droht die endgültige Schließung.

Trotz seiner langjährigen Erfolgsgeschichte kämpfte das Unternehmen zunehmend mit finanziellen Belastungen, was schließlich zur Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens führte. Damit bleibt die Geschäftsführung vorerst an der Spitze, um die Sanierung selbst zu steuern.

In den vergangenen fünf Jahren hatte Mayer & Cie. seine Position als weltweiter Marktführer für Rundstrickmaschinen weiter ausgebaut. Innovationen wie das Modell MV6 und strategische Expansionsschritte in Asien steigerten den Marktanteil von etwa 25 auf über 30 Prozent. Dieses Wachstum überflügelte Konkurrenten wie den italienischen Hersteller Santoni oder den chinesischen Anbieter Jingwei – insbesondere, als die Nachfrage nach nachhaltigen Textilmaschinen zunahm.

Doch externe Herausforderungen setzten dem Unternehmen schwer zu. Als Hauptgründe für den finanziellen Niedergang nannte Mayer & Cie. den Handelskonflikt zwischen den USA und China, den Krieg in der Ukraine sowie die Inflation in der Türkei. Durch billige Textilmaschinenimporte aus China brachen die Umsätze um 50 Prozent ein. 2023 zwang der Rückgang der Aufträge das Unternehmen schließlich zur Einführung von Kurzarbeit, die sich später auf alle Abteilungen ausweitete.

Zur Bewältigung der Krise wurden der vorläufige Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli und der Restrukturierungsexperte Martin Mucha eingesetzt, um die Geschäfte zu überwachen. Mucha hat sich bereit erklärt, 100 Millionen Euro an finanzieller Unterstützung für die Sanierung bereitzustellen. Die rund 280 Mitarbeiter des Unternehmens erhalten unterdessen für die nächsten drei Monate Insolvenzgeld, während die Umstrukturierung voranschreitet.

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Für die Familie Mayer, die das Unternehmen seit vier Generationen führt, beginnt nun eine entscheidende Phase. Gelingt es nicht, innerhalb von drei Monaten die Stabilität wiederherzustellen, könnte die Schließung unausweichlich sein. Die Eigenverwaltung ermöglicht es der Geschäftsführung jedoch vorerst, die Kontrolle zu behalten und nach Lösungen zu suchen.

Die Insolvenzanmeldung markiert einen Wendepunkt für Mayer & Cie., einen traditionsreichen Namen in der Textilmaschinenbranche. Mit 100 Millionen Euro Notfallfinanzierung und einem Zeitfenster von drei Monaten muss das Unternehmen nun die tiefgreifenden finanziellen Probleme bewältigen.

Scheitern die Bemühungen, könnte der Betrieb unter einem restrukturierten Modell fortgeführt werden. Gelingt die Sanierung nicht, müsste das 120 Jahre alte Unternehmen jedoch endgültig schließen.

Quelle