Tempelhof oder ICC? Berlins Streit um den Philharmonie-Interimsstandort spitzt sich zu
Marko MargrafTempelhof oder ICC? Berlins Streit um den Philharmonie-Interimsstandort spitzt sich zu
Berlin diskutiert über einen vorübergehenden Spielort für die Philharmonie während der Sanierung 2032
Eine aktuelle Umfrage zeigt eine deutliche öffentliche Präferenz für den Flughafen Tempelhof, während die Stadt das Internationale Congress Centrum (ICC) favorisiert. Die Debatte fällt in eine Zeit weiterer kultureller Entwicklungen in Deutschland.
Laut der Umfrage ist Tempelhof mit 66 Prozent der Stimmen der Spitzenreiter als interimistischer Standort der Philharmonie. Das ICC erhielt lediglich fünf Prozent Zustimmung, 29 Prozent sprachen sich für andere Standorte aus. Das VAN Magazin unterstützte zwar die Tempelhofer Lösung, wies jedoch auf Kosten von über einer Milliarde Euro hin. Die Berliner Landesregierung hält indes am ICC fest – trotz Vorbehalten von Philharmonie-Intendantin Andrea Zietzschmann.
Andernorts gab der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) bekannt, seinen Klassiksender auf DAB+ einzustellen und durch BR-Klassik zu ersetzen. Der Schritt stieß auf öffentliche Kritik. In Hamburg widersprach Kultursenator Carsten Brosda öffentlich den Äußerungen Michel Friedmans zur deutschen Kulturidentität.
Beim Bonner Beethovenfest erklärte Festivalleiter Steven Walter die Veranstaltung zur „No-Dick-Pic-Zone“ und verweigerte Wiederholungstätern den Zutritt. Unterdessen sieht sich Dirigent John Eliot Gardiner Vorwürfen wegen unangemessenen Verhaltens gegenüber einer Mitarbeiterin beim Leipziger Bach-Fest ausgesetzt. Zudem bestätigte Andrea Zietzschmann, ihren Vertrag als Philharmonie-Intendantin nicht zu verlängern; eine Amtszeit über 2028 hinaus gilt als unwahrscheinlich.
Die Diskussion um den Interimsstandort der Philharmonie bleibt vorerst ungelöst. Zwar spricht sich die Öffentlichkeit mehrheitlich für Tempelhof aus, doch hohe Kosten und Führungsfragen sorgen für Unsicherheit. Auch andere Kultureinrichtungen in Deutschland stehen vor Umbrüchen und Kontroversen.
