Stuttgart 21: Millardenloch und neue Verzögerungen – was jetzt passiert
Ron StollStuttgart 21: Millardenloch und neue Verzögerungen – was jetzt passiert
Stuttgart 21: Weitere Verzögerungen und explodierende Kosten
Das Großprojekt Stuttgart 21 steht vor weiteren Verzögerungen und steigenden Ausgaben. Ursprünglich mit rund 4,5 Milliarden Euro veranschlagt, belaufen sich die Kosten mittlerweile auf über 11,3 Milliarden – der Großteil des 500-Millionen-Euro-Risikopuffers ist bereits aufgebraucht. Streitigkeiten darüber, wer die Mehrkosten tragen soll, belasten weiterhin die beteiligten Parteien.
Eine wegweisende Entscheidung über die Zukunft des Projekts fällt an diesem Freitag. Die Verantwortlichen müssen sich zwischen einer teilweisen Inbetriebnahme oder einer vollständigen Verschiebung entscheiden. Die für den Betrieb der neuen Infrastruktur notwendigen digitalen Systeme werden frühestens nach Dezember 2026 einsatzbereit sein, was zu betrieblichen Einschränkungen und einer verminderten Servicequalität führen wird.
Im kommenden Jahr werden die Bauarbeiten massive Beeinträchtigungen mit sich bringen, insbesondere für Reisende auf den Oststrecken. Die Anbindung der neuen Gleise an das bestehende Netz erfordert umfangreiche Sperrungen, die die ohnehin schon üblichen Einschränkungen noch verschärfen. Auch die geplante Modernisierung der Gäubahn, ursprünglich für 2027 vorgesehen, verschiebt sich nun auf mindestens 2028.
Die Deutsche Bahn hat bisher keine konkreten Maßnahmen vorgestellt, um die zu erwartenden Behinderungen für Fahrgäste im Jahr 2026 abzumildern. Zwar zielen übergreifende Initiativen wie die Taskforce "Zuverlässige Bahn" und Verbesserungen bei der S-Bahn-Pünktlichkeit darauf ab, selbstverschuldete Verspätungen um 40 bis 70 Prozent zu reduzieren – doch keine davon adressiert direkt die anstehenden Herausforderungen in Stuttgart. Als Hauptgründe für die Rückschläge nennen die Projektpartner Engpässe bei Personal und Material.
Die weitere Planung bleibt ungewiss: Bei Kosten von nun 11,3 Milliarden Euro und einer Verzögerung der digitalen Systeme bis Ende 2026 müssen sich Fahrgäste auf Jahre mit eingeschränktem Betrieb einstellen – besonders auf den Ostverbindungen. Während die Finanzierungsstreitigkeiten anhalten, wird die Entscheidung am Freitag zeigen, ob Stuttgart 21 schrittweise eröffnet oder abermals verschoben wird.






