14 March 2026, 18:35

Skandal-Video von 2018 belastet Koalitionsgespräche in Baden-Württemberg

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen über die Partei.

Palmer: "Kann mit der Seele der CDU mitfühlen" - Skandal-Video von 2018 belastet Koalitionsgespräche in Baden-Württemberg

Ein umstrittenes Video aus dem Jahr 2018 erschüttert den Wahlkampf in Baden-Württemberg. Die Aufnahme zeigt Manuel Hagel, damals 29 Jahre alt, wie er einer Schülerin komplimentiert, sie habe "rehbraune Augen" – eine Äußerung, die Vorwürfe des Sexismus auslöste. Die CDU wirft den Grünen vor, nur wenige Tage vor der Wahl am 12. April eine "schmutzige Kampagne" zu führen.

Das Video tauchte in der heißen Phase eines knapp umkämpften Landtagswahlkampfs auf. Hagel, inzwischen Spitzenkandidat der CDU, sah sich sofort mit massiver Kritik konfrontiert, als die Aufnahmen viral gingen. CDU-Generalsekretär Tobias Vogt verurteilte die Grünen scharf und sprach von einer gezielten Verleumdungskampagne.

Der ehemalige Grünen-Politiker Boris Palmer räumte zwar ein, dass die Verärgerung der CDU nachvollziehbar sei, wies jedoch Vorwürfe einer abgestimmten Attacke zurück. Er vermutete, dass das Video von unabhängigen Abgeordneten veröffentlicht worden sei, nicht im Rahmen einer Parteistrategie. Trotz der angespannten Stimmung rief Palmer beide Seiten dazu auf, sich auf den Wiederaufbau von Vertrauen für eine stabile Regierungsarbeit zu konzentrieren.

Die Grünen setzten sich knapp durch; Cem Özdemir soll Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen. Bei einem Patt von 56 zu 56 Sitzen hat die CDU unter Hagels Führung die Konfrontation beendet. Die Partei beendete ihren "Kampfmodus", verzichtet auf öffentliche Forderungen und setzt auf einen besonnenen Verlauf der Koalitionsgespräche. Hagel betonte, es gehe um Inhalte, Werte und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe – nicht um überstürzte Verhandlungen. Zugeständnisse in zentralen Positionen schloss er aus.

Palmer wiederholte, die Grünen müssten beweisen, dass die Veröffentlichung des Videos kein kalkulierter Schachzug gewesen sei. Nur dann, so sein Argument, könne das Vertrauen zwischen den beiden Parteien wiederhergestellt werden.

Das Wahlergebnis hinterlässt Baden-Württemberg mit einem hung parliament. Die Koalitionsverhandlungen hängen nun davon ab, ob es den Grünen gelingt, die CDU von der Unschuld an der Videoaffäre zu überzeugen. Beide Seiten müssen die anhaltenden Spannungen überwinden, um eine stabile Regierung zu bilden.

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