16 March 2026, 00:51

Silhouettenschießen: Vom mexikanischen Ursprung zur deutschen Präzisionskunst

Ein Mann in Tarnkleidung, schwarzer Jacke und Helm zielt mit einer Pistole auf ein Ziel, mit einem unscharfen Hintergrund.

Silhouettenschießen: Vom mexikanischen Ursprung zur deutschen Präzisionskunst

Silhouettenschießen – ein Präzisionssport mit historischen Wurzeln

Das Silhouettenschießen, ein Präzisionssport mit tiefen historischen Wurzeln, hat seinen Ursprung im Mexiko des frühen 20. Jahrhunderts. Ursprünglich dienten lebende Tiere als Ziele, doch die Disziplin stellte später auf Stahlfiguren um. Heute ist es eine Nischensportart mit wachsender Beliebtheit in Deutschland und weltweit.

Der Sport entstand in Mexiko, wo revolutionäre Persönlichkeiten wie Pancho Villa und seine Kämpfer ihn nutzten, um ihre Schießkünste zu demonstrieren. Ab 1948 ersetzten Metall-Silhouetten, die sogenannten siluetas metálicas, die lebenden Tiere – und wurden zum Standard für Wettbewerbe auf der ganzen Welt.

In Deutschland wird das Silhouettenschießen vom Bund Deutscher Sportschützen 1975 e.V. (BDS) geregelt, der die Disziplin in sein offizielles Regelwerk aufgenommen hat. Bei den Deutschen Meisterschaften stehen Stahlziele in bis zu 50 Metern Entfernung – eine perfekte Wertung umfasst 40 Treffer. Bei Langwaffen-Wettbewerben erhöhen sich die Distanzen auf bis zu 500 Meter, wobei die Schützen die Ziele im Stehen und ohne Unterstützung treffen müssen.

Die Zugänglichkeit des Sports hat sich verbessert: Bei den Deutschen Silhouette-Meisterschaften 2023 traten 151 Teilnehmer an und absolvierten 447 Durchgänge. Laut Deutscher Schützenbund (DSB) bieten mittlerweile rund 20 bis 30 Vereine in Deutschland – vor allem in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – regelmäßig Wettbewerbe an. International wird der Sport seit 1992 von der International Metallic Silhouette Shooting Union (IMSSU) in 26 Ländern organisiert.

Bei Pistolen-Wettbewerben schießen die Teilnehmer aus der Bauchlage, oft mit Techniken wie "Creedmoor" oder "Dead Frog". Einsteiger können den Sport unkompliziert ausprobieren, indem sie sich kostenlose Papierscheiben vom BDS-Portal herunterladen – jeder Versuch kostet dabei nur 20 Euro.

Das Silhouettenschießen entwickelt sich stetig weiter und verbindet historische Traditionen mit modernem Wettkampfsport. Klare Regeln, verschiedene Waffenklassen und geringe Einstiegskosten ziehen neue Teilnehmer an. Mit aktiven Vereinen und internationaler Betreuung scheint die Zukunft dieser Präzisionsdisziplin gesichert.

AKTUALISIERUNG

Silhouetten-Schießens deutscher Erbe: Von 1982 bis zu modernen Revolvern

Die tiefen Wurzeln des Sports in Deutschland reichen bis 1982 zurück, als der erste offizielle BDS-Wettbewerb unter Hans-Georg Courth stattfand. Eine wichtige Entwicklung folgte 1992: Die Weihrauch HW-9 ST, entworfen für Silhouetten-Schießen, half Doris Latz europäische und internationale Titel zu gewinnen. Diese Meilensteine betonen Deutschlands Rolle bei der Gestaltung der disziplinären technischen und wettbewerbsbezogenen Entwicklung.