Sachsens Apothekensterben gefährdet die medizinische Versorgung im ländlichen Raum
Juan MentzelSachsens Apothekensterben gefährdet die medizinische Versorgung im ländlichen Raum
Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Sachsen geht weiter drastisch zurück – und es gibt keine Anzeichen für eine Besserung. Göran Donner, Präsident des sächsischen Apothekerverbandes, hat vor den Folgen dieser Entwicklung gewarnt und betont, dass Verzögerungen bei politischen Maßnahmen die medizinische Versorgung in der gesamten Region gefährden könnten.
Zwischen 2016 und 2020 schloss in Sachsen jede 36. Apotheke ihre Pforten. Die Schließungswelle hielt auch in den folgenden Jahren an: Bis Ende 2025 werden voraussichtlich weitere 85 Apotheken aufgegeben haben. Allein im vergangenen Jahr verschwanden 13 Standorte – nur halb so viele wie im Jahr davor, doch der Rückgang bleibt besorgniserregend.
Donner sieht die Hauptursache für die Schließungen nicht im Fachkräftemangel, sondern in den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Branche. Ohne finanzielle Stabilität, so seine Argumentation, könnten Apotheken die erweiterten Dienstleistungen, die im Apothekenreformgesetz vorgesehen sind, gar nicht anbieten. Seine Warnung ist deutlich: Falls die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag versprochenen Gebührenanpassungen weiter aufschiebt, drohen in ländlichen Regionen Sachsens erhebliche Versorgungslücken.
Der anhaltende Schwund an Apotheken belastet das sächsische Gesundheitssystem zunehmend. Donner macht klar: Ohne zeitnahe Reformen der Vergütung könnten viele Gemeinden – vor allem in strukturschwachen Gebieten – den Zugang zu lebenswichtigen Leistungen verlieren. Nun bleibt abzuwarten, ob die von der Politik angekündigten Maßnahmen rechtzeitig kommen, um den Negativtrend noch umzukehren.






