24 March 2026, 10:33

Polizei Reutlingen und Gedenkstätte kooperieren für NS-Aufklärung unter Beamten

Eine Gruppe von Polizisten in Uniform und mit Mund-Nasen-Schutz steht vor einem Gebäude, einige halten Kameras, mit einem Banner an einer Säule, Geländern, Pflanzen, Bäumen und Deckenleuchten im Hintergrund.

Polizei Reutlingen und Gedenkstätte kooperieren für NS-Aufklärung unter Beamten

Neue Partnerschaft stärkt Aufklärung über NS-Geschichte in der Polizei

Am 18. März 2026 haben der Polizeipäsident Udo Vogel vom Polizepräsidium Reutlingen und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen von der Initiative Gedenkstätte Ehrenfriedhof Feld X eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Der Vertrag ist die erste Zusammenarbeit dieser Art in Baden-Württemberg seit dem Start eines landesweiten Demokratieprojekts im Jahr 2024.

Die Vereinbarung besiegelt die Zusammenarbeit im Rahmen des Polizeiprojekts "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz". Diese Initiative, die 2024 flächendeckend im Land eingeführt wurde, zielt darauf ab, Demokratieverständnis, Toleranz und interkulturellen Austausch unter den Beamtinnen und Beamten des Polizepräsidiums Reutlingen zu fördern.

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Im Rahmen der Partnerschaft werden Polizeimitarbeiter regelmäßig an Führungen durch die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und Nationalsozialismus" teilnehmen. Die Ausstellung, die aus einem vierjährigen Forschungsprojekt hervorgegangen ist, gilt als zentraler Erinnerungsort an die NS-Herrschaft in Tübingen. Ergänzt wird das Programm durch Gastvorträge und Exkursionen zu historischen Stätten, die mit der NS-Verfolgung verbunden sind.

Fünf sogenannte "strategische Paten" wurden bereits geschult, um die Initiative zu leiten. Sie bieten Fortbildungsmöglichkeiten für alle Mitarbeiter an und sorgen so für eine breite Verankerung des Programms. Professorin Schön Hagen dankte der Polizei für ihre Unterstützung bei der Bewahrung der Ausstellung, während Vogel die Bedeutung solcher Gedenkstätten für die politische Bildung betonte.

Seit Beginn des Demokratieprojekts 2024 hat kein anderes Polizepräsidium in Baden-Württemberg vergleichbare Abkommen mit Gedenkstätten geschlossen.

Die Partnerschaft ermöglicht den Beamtinnen und Beamten einen strukturierten Zugang zur historischen Aufklärung über NS-Verbrechen. Durch Ausstellungen, Vorträge und Besuche vor Ort will das Polizepräsidium Reutlingen das Verständnis für die Bedeutung der Rechtsstaatlichkeit vertiefen. Die Zusammenarbeit bleibt die erste ihrer Art in der Region im Rahmen der Demokratieinitiative von 2024.

Quelle