Pharma- und Biotechverbände fordern von Warken dringende Reformen gegen Wettbewerbsverlust
Franka MeisterPharma- und Biotechverbände fordern von Warken dringende Reformen gegen Wettbewerbsverlust
Fünf große Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu sofortigem Handeln aufgefordert. In einem gemeinsamen Schreiben warnten sie, dass die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in diesem Sektor auf dem Spiel stehe. Die Organisationen verwiesen auf wachsende Bedenken angesichts jüngster politischer Entscheidungen und globaler Verwundbarkeiten in den Lieferketten.
In dem Brief wurde das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz scharf kritisiert, da es Instabilität in der Branche schaffe. Die Unterzeichner argumentierten, dass das Gesetz in einer Phase, in der langfristige Planung entscheidend sei, für Unsicherheit sorge.
Die Verbände lehnten Vorschläge, die das Wachstum des Sektors schwächen könnten, entschieden ab. Dazu gehörten Pläne für strengere Preiskontrollen bei patentgeschützten Medikamenten sowie verschärfte mengenbasierte Preisregelungen. Solche Maßnahmen würden die Innovation hemmen und den Patientenzugang zu neuen Therapien einschränken, betonten sie.
Stattdessen forderten die Verbände eine breite, abgestimmte Strategie, die die Besonderheiten des deutschen Pharmamarktes berücksichtigt. Sie plädierten für einen ressortübergreifenden Ansatz unter Einbindung mehrerer Bundesministerien und des Bundeskanzleramts. Zudem verlangten sie einen klaren Fahrplan für die anstehende Pharma-Strategie.
Globale Herausforderungen – insbesondere die Abhängigkeit von China bei kritischen Wirkstoffen und Technologien – wurden in dem Schreiben als weiteres zentrales Problem benannt. Diese Abhängigkeit stelle ein erhebliches Risiko für die Arzneimittelsicherheit Europas dar, hieß es. Strukturreformen seien dringend nötig, um die Widerstandsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Sektors zu gewährleisten.
Die Verbände machten deutlich, dass unverzügliche Reformen erforderlich seien, um die deutsche Pharmaindustrie zu schützen. Sie bestünden auf eine Politik, die Kostendämpfung mit Investitionen in Innovation in Einklang bringe. Ohne entschlossenes Handeln, warnten sie, könnte sich die Führungsposition Deutschlands im Gesundheitsbereich weiter verschlechtern.






