Merz und al-Scharaa planen Rückkehr von 80 Prozent der Syrer – doch Experten warnen vor Risiken
Marko MargrafMerz und al-Scharaa planen Rückkehr von 80 Prozent der Syrer – doch Experten warnen vor Risiken
Bundeskanzler Friedrich Merz und der syrische Präsident Ahmed al-Scharaa haben das Ziel ausgegeben, dass innerhalb von drei Jahren 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer in ihre Heimat zurückkehren sollen. Der Vorschlag hat eine Debatte über Sicherheit und Machbarkeit ausgelöst, wobei Experten die Bedingungen in Syrien für ein solches Vorhaben infrage stellen.
Der gemeinsam von Merz und al-Scharaa vorgestellte Plan zielt darauf ab, die Rückkehr von Geflüchteten im Rahmen der Wiederaufbau-Bemühungen Syriens zu beschleunigen. Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration, äußerte jedoch Bedenken. Er argumentiert, dass anhaltende Gewalt und instabile Verhältnisse eine sichere Rückkehr nicht gewährleisten könnten.
Kluth verwies zudem auf die gelungene Integration vieler Syrer in Deutschland, etwa in Arbeitswelt und Schulen. Er warnte, der Druck zur Rückführung könnte falsche Erwartungen wecken und bereits etablierte Geflüchtete verunsichern.
Zwar erkannte Kluth den Wiederaufbau-Bedarf Syriens an, betonte aber, dass Rückführungen stets die Sicherheit der Betroffenen in den Vordergrund stellen müssten. Ohne stabile Bedingungen, so seine Befürchtung, drohe der Vorschlag, das Wohl der Menschen zu vernachlässigen.
Das Rückführungsziel bleibt umstritten. Experten fordern sichere Rahmenbedingungen, bevor groß angelegte Rückkehrprozesse in die Wege geleitet werden können. Die Diskussion darüber, wie Wiederaufbauziele mit dem Schutz syrischer Geflüchteter in Deutschland in Einklang zu bringen sind, dauert derweil an.






