Massenrücktritt in der MIT: Warum der Hof-Vorstand die CSU verlässt
Franka MeisterMassenrücktritt in der MIT: Warum der Hof-Vorstand die CSU verlässt
Gesamter Vorstand der Mittelstandsunion im bayerischen Landkreis Hof tritt zurück
Der Rücktritt des gesamten Vorstands folgt wachsender Unzufriedenheit mit der Mittelstands- und Wirtschaftunion (MIT) sowie ihrer Ausrichtung auf die CSU. Mitglieder kritisierten mangelnde Vertretung und Glaubwürdigkeit in den internen Prozessen der Organisation.
Michael Kretzer, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der MIT in Oberfranken und Vorsitzender des Kreisverbands Hof, führte die Austrittswelle an. Er legte sowohl sein Amt in der MIT als auch seine CSU-Mitgliedschaft nieder und warf der Partei vor, den Kontakt zu ihren Mitgliedern und den wirtschaftlichen Realitäten verloren zu haben. Kretzer bemängelte, dass Fachwissen und praktische Rückmeldungen zugunsten von Machtkalkül ignoriert würden.
Auch andere Vorstandsmitglieder wie Cornelia und Yvonne Jeschek, Doris Wirth-Narr, Claus Hofmann und Sascha Rödel traten zurück. Sie äußerten Frust über die Rentenpolitik der Union, wachsende Bürokratie und steigende Sozialabgaben. Die explodierenden Energiekosten waren ein weiteres zentrales Thema.
Die Rücktrittswilligen sahen sich nicht mehr in der Lage, die Interessen des Mittelstands unter dem CSU-Dach glaubwürdig zu vertreten. Sie fühlten sich von Entscheidungen betroffen, an denen sie nicht mitwirken konnten, und sahen keinen Raum für echte Mitgestaltung. Ihre Kritik richtete sich dabei nicht nur gegen die lokale Ebene – auch auf regionaler und Landesebene nehme das Engagement für mittelständische Belange ab.
Die Rücktritte unterstreichen die zunehmenden Spannungen zwischen der MIT, ihren Mitgliedern und der CSU. Unternehmer fühlen sich nicht mehr gehört, und die demokratischen Prozesse innerhalb der Organisation haben an Vertrauen verloren. Die Austritte markieren einen deutlichen Bruch in der lokalen Führungsriege der Union.
