26 April 2026, 18:29

Machtkampf im Handwerk: ZDK und ZVK steuern auf Showdown zu

Moderner gläserner BMW-Hauptsitz-Gebäudekomplex in Frankfurt, Deutschland, mit Menschen davor und einem Baum links.

Machtkampf im Handwerk: ZDK und ZVK steuern auf Showdown zu

Der seit langem schwelende Konflikt zwischen Deutschlands beiden führenden Handwerksverbänden hat sich nach einer Satzungsreform des ZDK weiter zugespitzt. Die im Januar 2023 beschlossenen Änderungen markieren einen radikalen Bruch mit der bisherigen Zusammenarbeit mit dem ZVK und bahnen eine entscheidende Konfrontation auf der Mitgliederversammlung des ZDK am 18. März an.

Die Reformen beenden die gemeinsame Verwaltung und führen ein neues Beitragssystem ein – was bereits mit Klagedrohungen des ZVK beantwortet wurde.

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Die Auseinandersetzung zwischen dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDK) und dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK) hat sich durch die umfassenden Satzungsänderungen weiter verschärft. Die im Januar verabschiedeten neuen Regeln zwingen beide Organisationen zu einer strikten Trennung und schaffen das bisherige System gemeinsamer Personalunion in Führungspositionen ab. Bisher verfügte der ZVK über drei garantierte Sitze sowie ein Vizepräsidium – nun bleibt nur noch ein einziger Vertreter aus der Handwerksführung.

Eine neue Mitgliedsgebühr von 100 Euro pro Betrieb, die direkt an die ZDK-Zentrale in Bonn zu entrichten ist, hat die Spannungen zusätzlich angeheizt. Der ZVK hat bereits angekündigt, die Abgabe gerichtlich anfechten zu wollen. Der ZDK hingegen beharrt darauf, der einzige "Vollservice-Anbieter" für die gesamte Branche zu bleiben und beansprucht die Kontrolle über die Markenrechte für Meisterbriefe.

Über die finanziellen Streitpunkte hinaus strebt der ZDK eine Ausweitung seines Einflusses in Regionen an, in denen sich Landesverbände zurückgezogen haben. Durch direkte Mitgliedschaftsoptionen für Betriebe soll verhindert werden, dass Innungen isoliert werden. Der Verband begründet die Reformen zudem mit mehr Transparenz und einer besseren Anpassung an die Branchenrealität – eine Begründung, die der ZVK jedoch bestreitet.

Obwohl der ursprüngliche Streit um Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen an juristischer Brisanz verloren hat, bestehen die grundsätzlichen Gegensätze fort. Der ZDK plant nun, in betroffenen Gebieten die Aufklärung zu verstärken und den lokalen Betrieben die Folgen möglicher Austritte zu erläutern.

Der nächste entscheidende Moment steht am 18. März bevor, wenn die ZDK-Mitgliederversammlung über mögliche Kompromisse berät. Sollte keine Einigung gelingen, könnte sich die Spaltung vertiefen – mit drohenden Rechtsstreitigkeiten um Gebühren und Verwaltungsfragen. Das Ergebnis wird zeigen, ob die beiden Verbände einen gemeinsamen Weg finden oder ihre Trennung besiegeln.

Quelle