Krankenkassen-Chefs kassieren Gehaltserhöhungen trotz Sparzwang im Gesundheitswesen
Juan MentzelKrankenkassen-Chefs kassieren Gehaltserhöhungen trotz Sparzwang im Gesundheitswesen
Führungskräfte mehrerer deutscher gesetzlicher Krankenkassen haben trotz anhaltender finanzieller Belastungen deutliche Gehaltserhöhungen erhalten. Die Anpassungen erfolgen in einer Phase, in der der Sektor unter wachsendem Kostendruck steht und gleichzeitig Sparmaßnahmen im gesamten Gesundheitswesen vorantreibt.
Gordana Maršić, Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, sah ihr Gehalt von 185.000 auf 206.000 Euro steigen – inklusive eines Bonus von 6.938 Euro. Michael Lempe, Chef der Handelskrankenkasse (HKK), erhielt eine Erhöhung von 21.419 Euro, sodass sich sein Gesamtverdienst auf 287.104 Euro beläuft.
Bei der BIG direkt gesund stieg das Gehalt von Vorstandschef Peter Kaetsch um 28.750 Euro, während sein Stellvertreter Markus Bäumler 24.050 Euro mehr erhielt. Dirk Harrer, der neue Vorstandsvorsitzende der BKK Firmus, verdient 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger. Christine Enenkel, Chefin der Bahn-BKK, bezieht nun 195.000 Euro – zuvor waren es 178.750 Euro – und erhielt zusätzlich einen Bonus von 44.688 Euro.
Dr. Carola Reimann, Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, bezog ein Gehalt von 319.400 Euro sowie 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge. Auch in anderen Regionen fielen die Bonuszahlungen üppig aus: Die AOK Hessen verteilte 159.767 Euro unter ihren drei Top-Managern, während die AOK Niedersachsen Boni zwischen 38.381 und 62.576 Euro vergab.
Die Gehaltserhöhungen und Prämien unterstreichen den Kontrast zwischen den Vergütungen der Führungsebene und den finanziellen Herausforderungen, vor denen die gesetzlichen Krankenkassen stehen. Während die Kassen von Leistungserbringern im Gesundheitswesen Einsparungen fordern, halten sie an den hohen Bezügen ihrer Spitzenkräfte fest.






