Jungheinrich reagiert auf Gewinnrückgang mit überraschendem Führungswechsel
Juan MentzelJungheinrich reagiert auf Gewinnrückgang mit überraschendem Führungswechsel
Jungheinrich kündigt Führungswechsel nach schwächerer Geschäftsentwicklung an
Der Intralogistik-Spezialist Jungheinrich hat nach einer Verschlechterung der finanziellen Kennzahlen einen bedeutenden Wechsel in der Unternehmensführung bekannt gegeben. Heike Wulff, die Finanzvorständin des Konzerns, verlässt das Unternehmen früher als geplant – als Reaktion auf einen deutlichen Gewinnrückgang. Zudem hat sich der Börsenwert des Unternehmens seit Ende 2025 stark verringert.
Wulff war Anfang 2026 in den Vorstand von Jungheinrich eingetreten, ihr ursprünglicher Vertrag sollte bis Mai 2027 laufen. Doch nun einigten sich Aufsichtsrat und Wulff darauf, ihr Mandat nicht zu verlängern. Ihr Abschied fällt in eine Phase, in der das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte eingebrochen ist.
Für den Gewinnrückgang waren unter anderem der starke Wettbewerb und ein Streik am Produktionsstandort Lüneburg verantwortlich. Die Marktkapitalisierung von Jungheinrich ist seitdem um fast 30 Prozent geschrumpft und liegt aktuell bei etwa 2,6 Milliarden Euro.
Bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist, übernimmt Vorstandschef Lars Brzoska kommissarisch die Finanzressorts. Das Unternehmen bleibt weiterhin in der Hand der Gründerfamilie Jungheinrich. Die beiden Töchter des Firmengründers Friedrich Jungheinrich halten jeweils mit ihren Familien zusammen 54 Millionen stimmberechtigte, nicht börsennotierte Stammaktien – das entspricht 53 Prozent der Anteile. Die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien, die im MDAX gelistet sind, befinden sich größtenteils in Streubesitz.
Der Führungswechsel erfolgt in einer schwierigen Phase für Jungheinrich, geprägt von sinkenden Gewinnen und einem geschrumpften Börsenwert. Brzoskas vorübergehende Übernahme der Finanzverantwortung dauert an, bis ein neuer Finanzvorstand bestellt wird. Die Eigentümerstruktur des Unternehmens bleibt hingegen unverändert – die Gründerfamilie hält weiterhin die Mehrheit der Anteile.






