24 June 2026, 00:25

Gericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Vorwürfen

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Bericht zu Christian Ulmen und Deepfake-Vorwürfen

Das Hanseatische Oberlandesgericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen. Das Urteil untersagt dem Magazin, bestimmte Behauptungen über den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Zudem darf eine Jahrzehnte alte private E-Mail von Ulmen an seinen Anwalt nicht veröffentlicht werden.

Das Gericht sah keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe von Der Spiegel, Ulmen habe mit künstlicher Intelligenz erzeugte Fake-Pornografie unter Verwendung des Gesichts seiner Ex-Frau erstellt und verbreitet. Die Schauspielerin Collien Fernandes wirft Ulmen körperliche Gewalt vor – darüber darf das Magazin weiterhin berichten. Die Behauptungen zu Deepfakes sowie die Zitate aus der 50 Jahre alten E-Mail sind jedoch tabu, da sie in den „höchstpersönlichen Lebensbereich“ fallen, der besonders geschützt ist.

Die Entscheidung ist ein wichtiger Erfolg für Ulmens Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann. Diese hofft, dass damit die öffentliche Diskussion wieder sachlicher wird und die Vorverurteilung ihres Mandanten endet. Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Ulmen wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt.

Der Fall hat eine politische Debatte ausgelöst. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes zu verschärfen. Auch SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang fordern strengere Regeln gegen den Missbrauch von KI. Einige konservative Politiker, darunter Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), schlagen vor, im Netz eine Pflicht zur Klarnamennutzung einzuführen.

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Die einstweilige Verfügung beschränkt Der Spiegel in der Berichterstattung über die Deepfake-Vorwürfe. Ulmens Anwälte werten das Urteil als Schritt zu einer faireren öffentlichen Debatte. Gleichzeitig drängen Politiker weiter auf Reformen, um digitale sexualisierte Gewalt gesetzlich besser zu erfassen.

Quelle