Gebrauchtwagenbranche kämpft um Überleben: Wie E-Mobilität alles verändert
Juan MentzelGebrauchtwagenbranche kämpft um Überleben: Wie E-Mobilität alles verändert
Der Gebrauchtwagen- und Kundendienstsektor steht unter Druck, da die Nachfrage nach Verschleißteilen stark einbricht. Traditionelle Werkstattleistungen könnten sich halbieren, was Autohäuser zwingt, ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken. Burkhard Weller, Autohausinhaber und Branchenkenner, hat in der jüngsten Folge des AUTOHAUS-Podcasts auf die Herausforderungen hingewiesen und gleichzeitig klarere Regelungen bei den Förderungen für Elektrofahrzeuge (E-Autos) gefordert.
Weller warnte, dass die Umstellung auf E-Mobilität die Branche radikal verändern werde. Er prognostiziert, dass die Zahl der Autohaus-Standorte auf unter 12.000 sinken könnte, während unabhängige Betreiber auf weniger als 3.000 schrumpfen dürften. Um zu überleben, müssten Unternehmen ihre Geschäftsmodelle neu aufstellen – durch die Rückgewinnung von Serviceleistungen, die Vereinfachung von Abläufen und eine Anpassung der Preispolitik.
Der Verband der Automobilhandel Deutschland (VAD) engagiert sich nun stärker für eine bessere politische Vertretung der Branche. Erste Gespräche fanden bereits in Berlin statt, um dem Sektor eine einheitlichere Stimme zu verleihen. Weller betonte die Dringlichkeit klarer und zügiger Förderregeln für E-Autos, inklusive einer rückwirkenden Gültigkeit ab dem 1. Januar sowie Unterstützung für junge Gebrauchtwagen.
Zudem forderte er ein schlankeres Förderverfahren ohne zusätzlichen Bürokratieaufwand. Nach Wellers Ansicht sollten die Anreize nahtlos in die Verkaufsprozesse integriert werden, um sowohl Händlern als auch Kunden den Zugang zu erleichtern.
Die Branche steht vor einem entscheidenden Wandel, da die Elektrifizierung traditionelle Einnahmequellen schwinden lässt. Autohäuser müssen sich schnell an neue Serviceanforderungen und Preismodelle anpassen. Gleichzeitig könnte der Vorstoß des VAD für mehr politischen Einfluss die künftige Ausgestaltung der E-Auto-Förderung und die Stabilität des Sektors prägen.






