30 June 2026, 06:26

Fürther Jugendrat fordert "Hilfe statt Strafe" für Armutsdelikte und Gewaltopfer

"Hilfe statt Strafe": Jugendrat Fürth stellt Antrag im Ausschuss

Fürther Jugendrat fordert "Hilfe statt Strafe" für Armutsdelikte und Gewaltopfer

Der Fürther Jugendrat hat einen Antrag mit dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ eingebracht. Dieser wird am 1. Juli 2023 beraten. Ziel des Vorhabens ist es, den Fokus von Bestrafung hin zu Unterstützung für Menschen zu verlagern, die aus Armut Straftaten begehen.

Den Anstoß für den Antrag gaben Diskussionen über Schwarzfahren im Öffentlichen Nahverkehr. Ursprünglich hatte der Jugendrat argumentiert, dass solche Fälle nicht an die Behörden gemeldet werden sollten. Er verwies darauf, dass manche Menschen in Armut auf Busse angewiesen sind, sich die Fahrkarten aber nicht leisten können.

Alexander Bohn, der Vorsitzende des Jugendrats, betonte, dass Strafen das zugrundeliegende Problem der Armut nicht lösen. Julia Dierauf, seine Stellvertreterin, ergänzte, dass junge Täter in solchen Situationen gezielte Hilfe benötigen. Der Rat schlägt als Lösungsansätze aufsuchende Jugendsozialarbeit und mobile Jugenddienste vor.

Der Antrag thematisiert zudem weitergehende Aspekte von Gewalt. Clemens Trompke, ein Vorstandsmitglied, wies darauf hin, dass sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt zunehmend besorgniserregend seien. Der Jugendrat fordert eine zentrale Meldestelle für Betroffene. Zudem sollen Jugendhilfedienste frühzeitig in Strafverfahren einbezogen werden.

Der Antrag wird am 1. Juli 2023 zur Diskussion gestellt. Er zielt darauf ab, das gesellschaftliche Vorgehen bei Armuts- und Gewaltkriminalität zu reformieren. Zu den Vorschlägen gehören praktische Unterstützungsmaßnahmen sowie ein besserer Zugang zu Meldewegen für Opfer.

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