12 March 2026, 08:28

Freiburger Bürgermeister Martin Horn von Wahlkampfvorwürfen freigesprochen

Ein grüner Zettel mit der Aufschrift "Elections municipales" auf einem weißen Hintergrund.

Freiburger Bürgermeister Martin Horn von Wahlkampfvorwürfen freigesprochen

Der Regionale Rat Freiburg hat Bürgermeister Martin Horn von Vorwürfen im Zusammenhang mit Wahlkampfaktivitäten in sozialen Medien freigesprochen. Im Mittelpunkt der Prüfung standen zwei Beiträge über Treffen mit dem Deutschen Roten Kreuz, die Ende Januar und Anfang Februar 2026 veröffentlicht wurden. Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass es sich dabei um dienstliche Mitteilungen handelte, die keine Verstöße gegen Wahlkampfregeln darstellten.

Die Entscheidung fällt vor der Oberbürgermeisterwahl in Freiburg am 26. April 2026. Zwar gelten in den letzten Wochen vor der Abstimmung strenge Beschränkungen, doch erschienen die umstrittenen Beiträge Monate zuvor – zu einem Zeitpunkt, zu dem die offizielle Wahlkampfphase noch nicht begonnen hatte.

Der Streit war entbrannt, nachdem Horn am 28. Januar und 3. Februar 2026 zwei Updates in sozialen Medien veröffentlicht hatte. Beide Posts beschrieben Gespräche mit dem Deutschen Roten Kreuz, bei denen es um kommunale Dienstleistungen und öffentliche Sicherheit ging. Kritiker warfen die Frage auf, ob es sich dabei um vorzeitigen Wahlkampf für die anstehende Bürgermeisterwahl handelte.

Der Regionale Rat Freiburg prüfte Inhalt und Zeitpunkt der Veröffentlichungen und gelangte zu dem Ergebnis, dass die Beiträge sachlich waren und sich auf die amtlichen Pflichten Horns bezogen. Da die Stelle des Oberbürgermeisters zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeschrieben war und die Wahl erst in drei Monaten anstand, sah der Rat keinen Verstoß gegen Wahlvorschriften.

Nach deutschem Recht dürfen Städte öffentliche Mittel für offizielle Social-Media-Accounts von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern nutzen. Diese Plattformen dienen der Information der Bürgerinnen und Bürger sowie der Transparenz. Strengere Richtlinien gelten jedoch in der sogenannten "heißen Phase" – den vier bis sechs Wochen unmittelbar vor der Wahl –, wenn die Wahlkampfauflagen verschärft werden.

Die politische Landschaft in Freiburg ist in den letzten Jahren stabil geblieben. Nach den Kommunalwahlen 2024 blieb die Zusammensetzung des Stadtrats weitgehend unverändert. Bündnis 90/Die Grünen stellen nach wie vor die stärkste Fraktion, gefolgt von CDU, SPD, FDP, Die Linke und kleineren Gruppierungen wie der Freiburger Liste. Seither gab es keine nennenswerten Verschiebungen in der Parteienvertreterschaft.

Mit seinem Beschluss bestätigt der Regionale Rat, dass Horns Beiträge rechtmäßige Updates zu kommunalen Angelegenheiten waren. Gegen den Bürgermeister werden keine weiteren Schritte eingeleitet. Mit der für den 26. April 2026 anstehenden Wahl treten bald strengere Wahlkampfregeln in Kraft, die offizielle Kommunikation in den letzten Wochen vor der Abstimmung einschränken.

Quelle