Frauenpfahl auf der Reichenau: Mittelalterliche Grausamkeit als Halloween-Attraktion
Franka MeisterFrauenpfahl auf der Reichenau: Mittelalterliche Grausamkeit als Halloween-Attraktion
Der Frauenpfahl – Schauplatz mittelalterlicher Strafjustiz auf der Insel Reichenau
Der Frauenpfahl, ein mittelalterlicher Ort der Bestrafung auf der Reichenau, ist zu einem Anziehungspunkt für Halloween-Touren am Bodensee geworden. Bekannt für seine düstere Vergangenheit, diente der Pfahl einst dazu, Frauen, die wegen Verbrechen verurteilt wurden, öffentlich an den Pranger zu stellen oder hinzurichten. Heute erkunden Besucher diese finstere Geschichte, bevor sie sich in nahegelegenen Cafés aufwärmen oder Sehenswürdigkeiten wie den Konstanzer Münster besichtigen.
Vom 13. bis zum 18. Jahrhundert war der Frauenpfahl ein Ort der Strafe unter dem Hochgericht des Klosters Reichenau. Frauen, die des Diebstahls, Ehebruchs oder sittlicher Vergehen für schuldig befunden wurden, mussten stunden- oder sogar tagelang nackt an den Pfahl gebunden ausharren. Manche erlitten ein noch grausameres Schicksal: Sie wurden im See ertränkt, manchmal in Säcke eingenäht – zusammen mit Tieren wie Katzen oder Schlangen.
Überliefert ist die Hinrichtung der Diebin Apollonia, die am 9. November 1532 am Frauenpfahl ertränkt wurde. Doch nicht alle fanden hier den Tod. Eine lokale Legende erzählt von einer Frau, die im letzten Moment durch die Gnade des Abtes verschont wurde. Eine andere Geschichte berichtet von einer Mutter, die versuchte, mit ihrem Baby über den Gnadensee zu schwimmen, dabei aber ihr Kind in den Wellen verlor.
Heute lockt der Ort zu Halloween Besucher an, die sich für seine schauerliche Geschichte interessieren. Nach Einbruch der Dunkelheit wird es am Ufer des Bodensees empfindlich kalt – warme Kleidung und eine Taschenlampe sind ratsam. In der Nähe können Familien auch die Blumeninsel Mainau oder den Konstanzer Münster erkunden, bevor sie den Abend in einem der gemütlichen Cafés der Stadt ausklingen lassen.
Der Frauenpfahl bleibt ein eindringliches Mahnmal mittelalterlicher Justiz auf der Reichenau. Seine Geschichten von Strafe und Barmherzigkeit ziehen heute Touristen an – besonders zur Halloween-Zeit. Mit historischen Sehenswürdigkeiten und einladenden Cafés in der Nähe bietet die Region sowohl Geschichte als auch Gemütlichkeit für ihre Besucher.






