Felix Banaszak fordert mehr Männerarbeit gegen rechte Tendenzen bei jungen Wählern
Franka MeisterFelix Banaszak fordert mehr Männerarbeit gegen rechte Tendenzen bei jungen Wählern
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich für mehr Unterstützung von Organisationen ein, die Männern und Jungen helfen, sich mit Geschlechterfragen auseinanderzusetzen. Seine Initiative kommt zu einer Zeit, in der sich junge Männer zunehmend rechtsextremen Parteien zuwenden, während junge Frauen eher linksliberale Optionen bevorzugen. Banaszak ist überzeugt, dass traditionelle Geschlechterrollen Männer genauso einschränken wie Frauen – und dass Männer eine aktive Rolle im Feminismus einnehmen sollten.
Erstmals versuchte Banaszak, junge Männer mit feministischen Ideen zu erreichen, in einem Playboy-Interview im Februar. Fast zeitgleich besuchte er Vaterwelten in Krefeld, eine Initiative, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet. Später räumte er jedoch ein, sein anfänglicher Ansatz sei möglicherweise zu zurückhaltend gewesen. Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen den Schauspieler Christian Ulmen bezog er klarer Stellung.
Seine Haltung entspricht dem Männer-Manifest der Grünen von 2010 mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich.“ Sven Lehmann, Bundestagsabgeordneter und Mitinitiator des Papiers, hält es auch heute noch für aktuell. Banaszak selbst setzt bewusst auf Symbole, die oft mit Weiblichkeit assoziiert werden – sein Büro ist pink gestrichen –, und argumentiert, dass das Aufbrechen von Geschlechterklischees allen zugutekommt.
Der Kontrast zur Rhetorik der Rechtsextremen könnte größer nicht sein. Der AfD-Politiker Maximilian Krah riet jüngst jungen Männern, die Schwierigkeiten haben, Partnerinnen zu finden, vor der Europawahl 2024 „richtig“ zu wählen. Daten der letzten Bundestagswahl zeigen indes: Junge Männer wählten überdurchschnittlich oft die AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien bevorzugten.
Banaszak verweist auf Beispiele wie den Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten ohne negative Reaktionen Pink auf dem Platz trug. Für ihn beweist dies, dass Männlichkeit flexibel sein kann – und dass Männer sich frei fühlen sollten, veraltete Erwartungen infrage zu stellen.
Sein Appell für besser finanzierte Männergruppen spiegelt eine breitere Debatte über Geschlecht und Politik wider. Angesichts der Rechtsentwicklung junger männlicher Wähler setzt sein Argument – dass Feminismus auch Männer befreien kann – die Parteien unter Druck, sich offener mit Männlichkeit auseinanderzusetzen. Die langjährige Position der Grünen zu diesem Thema steht nun in einem polarisierten politischen Klima auf dem Prüfstand.






