Ex-Berater fordern Neuausrichtung der transatlantischen Beziehungen nach Trump-Ära
Marko MargrafEx-Berater fordern Neuausrichtung der transatlantischen Beziehungen nach Trump-Ära
Ehemalige Berater Heusgen und Murphy fordern engere transatlantische Bindungen
In einem Gastbeitrag für die Rheinische Post haben die früheren Diplomaten Christoph Heusgen und Philip Murphy zu einer Stärkung der transatlantischen Beziehungen aufgerufen. Die beiden kritisierten die Europapolitik von US-Präsident Donald Trump und warnten, seine Politik gefährde die seit langem bestehenden Bündnisse.
Heusgen und Murphy werfen Trump vor, Europa eher als Gegner denn als Partner zu behandeln. Als Beispiele führten sie seine Infragestellung des US-Engagements in der NATO sowie seine konfrontative Haltung in Handelssfragen an. Zudem beschuldigten die Autoren den Präsidenten, demokratische Kontrollmechanismen zu untergraben, indem er die Justiz unter Druck setze und den Kongress ausgrenze.
Die beiden plädierten für einen Kurswechsel in der US-Führung und äußerten die Hoffnung, ein Sieg der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 2028 könnte die Zusammenarbeit wiederbeleben. Zudem prognostizierten sie, dass die Demokraten bei den Zwischenwahlen die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückgewinnen und möglicherweise sogar den Senat erobern könnten.
Über die US-Politik hinaus schlagen die Autoren eine neue diplomatische Initiative für Deutschland vor. Berlin solle demnach einen halbpermanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat anstreben – idealerweise mit Unterstützung der USA. Ihre zentrale Botschaft: Beide Nationen profitierten am meisten, wenn sie sich an die Rule of Law hielten, statt einseitig zu handeln.
Der Artikel spiegelt wachsende Besorgnis über Trumps Außenpolitik und deren Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen wider. Heusgens und Murphys Strategie umfasst eine Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen EU und USA sowie die Sicherung von Deutschlands Rolle in der globalen Governance. Ihr Appell für demokratische Wahlsiege steht für eine breitere Unzufriedenheit mit der aktuellen Ausrichtung der amerikanischen Diplomatie.






