29 April 2026, 05:31

Doppelhaushalt 2027/28: Fünf Milliarden Euro Sparen – doch reicht das?

Ein altes Buch mit einem Stapel verschiedener-denominations Deutscher Banknoten darauf.

Doppelhaushalt 2027/28: Fünf Milliarden Euro Sparen – doch reicht das?

Die deutsche Bundesregierung hat einen Doppelhaushalt für die Jahre 2027 und 2028 vorgelegt, mit dem mehr als fünf Milliarden Euro an Ausgaben eingespart werden sollen. Der Plan umfasst umstrittene Maßnahmen wie den vorübergehenden Stopp der vollen Inflationsanpassung bei Renten sowie eine leichte Erhöhung der Beiträge für ältere Arbeitnehmer. Kritiker zweifeln jedoch daran, ob die Vorschläge ausreichen, um die langfristige Stabilität zu sichern.

Finanzbeamte präsentierten den Haushalt mit einem klaren Ziel: Das Defizit soll bis 2028 unter drei Prozent gedrückt werden. Um dies zu erreichen, wird ein Anstieg der Sozialabgaben um 0,25 Prozent für Arbeitnehmer über 60 Jahre eingeführt. Eine weitere zentrale Maßnahme sieht vor, die volle Inflationsanpassung bei Renten vorläufig auszusetzen.

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Christoph Badelt, Vorsitzender des Stabilitätsrats, bewertete den Haushaltsentwurf mit verhaltener Zustimmung. Er vergab die Note "zwei oder drei von fünf" und lobte zwar die Vielfalt der Sparmaßnahmen, bezeichnete viele davon jedoch als unklar. Statt ältere Arbeitnehmer stärker zu belasten, hätte seiner Meinung nach eine breiter angelegte Erhöhung der Unternehmenssteuern gerechter und wirksamer gewesen.

Badelt warnte zudem vor versteckten finanziellen Belastungen. Er schätzt, dass die Regierung zusätzlich eine bis vier Milliarden Euro benötigen könnte, um unerwartete Ausgaben zu decken. Gleichzeitig kritisierte er, dass wichtige Reformen – etwa im Gesundheitswesen, bei der Rentenalterregelung oder bei Subventionen – im Plan vollständig fehlen.

Der Haushalt skizziert zwar einen Weg zur Defizitreduzierung, doch bleiben einige Experten skeptisch. Mit den vorübergehenden Rentenanpassungen und der moderaten Beitragserhöhung für ältere Arbeitnehmer hofft die Regierung, bis 2028 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Ohne tiefgreifendere strukturelle Reformen bleibt die langfristige Finanzperspektive jedoch ungewiss.

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