Bundespolizei droht Blackout bei Körperkameras – und damit Beweislücken
Franka MeisterBundespolizei droht Blackout bei Körperkameras – und damit Beweislücken
Bundespolizei droht Ausfall von Körperkameras
Die deutsche Bundespolizei könnte bald ohne funktionierende Körperkameras dastehen. Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung für die bestehenden Modelle einzustellen – und entzieht den Beamten damit ein zentrales Instrument für Beweissicherung und Eigenschutz.
Ausgelöst wurde die Krise durch eine gescheiterte Ausschreibung für 2.500 neue Kameras, mit einer Option auf weitere 1.500 Geräte. Zusätzliche Anforderungen wie wechselbare Akkus machten das Angebot für Lieferanten unattraktiv, sodass das gesamte Vergabeverfahren platzte.
Die Behörden hoffen nun, dass der aktuelle Hersteller die Unterstützung verlängert – doch das würde Millionen kosten. Im Bundesinnenministerium wächst der Druck, schnell zu handeln. Einige Kameramodelle sind bereits kompatibel mit den Tasern der Polizei, doch ohne Nachfolger drohen auch diese bald veraltet zu sein.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) weiß seit über einem Jahr von der bevorstehenden Einstellung der Unterstützung. Körperkameras haben sich wiederholt als nützlich erwiesen, um Konflikte zu deeskalieren und Beweise in Strafverfahren zu sichern.
Ohne Lösung könnte die Bundespolizei ab 2023 ohne einsatzfähige Körperkameras dastehen. Die bereitgestellten fünf Millionen Euro für Ersatzgeräte liegen weiterhin ungenutzt. Der Mangel würde die Fähigkeit der Beamten beeinträchtigen, Vorfälle aufzuzeichnen und Beweismaterial zu sammeln.
