Brüchiger Waffenstillstand im Nahen Osten – doch Frieden bleibt fern
Marko MargrafBrüchiger Waffenstillstand im Nahen Osten – doch Frieden bleibt fern
Wackeliger Waffenstillstand im Nahen Osten – doch die Zukunft bleibt ungewiss
Derzeit hält im Nahen Osten ein brüchiger Waffenstillstand, doch wie lange er Bestand haben wird, ist unklar. Trotz anhaltender Spannungen haben der Iran, Israel und die USA jeweils den Sieg in diesem Konflikt für sich reklamiert – obwohl weder ein dauerhafter Frieden noch eine echte Lösung in Sicht ist. Die Lage ist das Ergebnis jahrelanger Eskalation, geprägt von Raketenangriffen, Vergeltungsschlägen und Luftschlägen, die wiederholt gegen das Völkerrecht verstoßen haben.
In den vergangenen fünf Jahren hat die Vereinten Nationen keine konkreten diplomatischen Schritte unternommen, um die Einhaltung des Völkerrechts in diesem Konflikt durchzusetzen. Stattdessen hält der Kreislauf der Vergeltung an – und wirft Fragen nach der Wirksamkeit der globalen Governance auf, wenn es darum geht, mächtige Staaten in Schach zu halten.
Die jüngste Gewaltwelle begann mit iranischen Raketenangriffen auf Israel. Israel reagierte mit Gegenangriffen, während die USA Luftschläge gegen iranische Nuklearanlagen flogen. Jede dieser Aktionen wurde nach Völkerrecht verurteilt, doch es folgte keine spürbare Intervention.
Die UN-Generalversammlung verabschiedete 2024 allein 17 Resolutionen zur Verurteilung Israels – deutlich mehr als die sechs Resolutionen, die gegen alle anderen Mitgliedsstaaten zusammen gerichtet waren. Dennoch blieb die Durchsetzung schwach. Dies verstärkt den Eindruck, dass das Völkerrecht oft den Interessen der Mächtigen dient statt einer universellen Gerechtigkeit.
Die Geschichte zeigt immer wieder: Gewalt erzeugt neue Gewalt. Kriegsvorbereitungen statt Diplomatie verlängern Konflikte nur. Zwar hat die UN in anderen Bereichen Erfolge vorzuweisen – etwa bei Friedensmissionen und humanitärer Hilfe –, doch ihr Versagen, in diesem Fall Verantwortung einzufordern, hinterlässt eine gefährliche Lücke.
Es gibt durchaus Vorbilder für friedliche Aussöhnung. Die deutsche Wiedervereinigung und die Gründung der Europäischen Union beweisen, dass selbst tief verwurzelte Konflikte durch Dialog und Zusammenarbeit gelöst werden können. Doch um das Vertrauen in das Völkerrecht wiederherzustellen, müssten sich Staaten an verbindliche Regeln halten – statt nach eigenem Gutdünken zu handeln.
Der aktuelle Waffenstillstand bleibt instabil, ein Weg zu dauerhaftem Frieden ist nicht erkennbar. Solange das Völkerrecht nicht konsequenter durchgesetzt wird, droht die Gefahr neuer Gewalt. Ob die UN ihrer Rolle als Hüterin der Gerechtigkeit gerecht wird, hängt davon ab, ob mächtige Staaten sich an rechtliche Verpflichtungen halten – oder weiter einseitig handeln.






