07 May 2026, 06:28

Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch die Kosten bleiben unklar

Plakat für die Olympischen Spiele 1932 in Berlin, das zwei Läufer in der Mitte zeigt.

Berlin bewirbt sich für Olympische Spiele 2036 – doch die Kosten bleiben unklar

Berlin hat offiziell seine Bewerbung um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 eingereicht. Der Senat der Stadt präsentierte einen detaillierten Finanzplan, der aufzeigt, wie die Veranstaltung finanziert und organisiert werden soll. Kritiker haben bereits Zweifel an der Genauigkeit der Kostenprognosen geäußert.

Der Vorschlag des Senats unterteilt die Ausgaben in drei Hauptbereiche: Betriebskosten, Infrastrukturinvestitionen und öffentliche Dienstleistungen. Die direkten Betriebskosten werden auf 4,82 Milliarden Euro veranschlagt, die die Stadt durch Ticketverkäufe, Sponsorenverträge und Marketingeinnahmen decken will. In dieser Summe sind zusätzliche Kosten für öffentliche Dienstleistungen nicht enthalten, da diese je nach endgültiger Ausrichtung und Sicherheitsanforderungen der Spiele variieren würden.

Für die Infrastruktur sind im Plan 1,59 Milliarden Euro vorgesehen. Davon sollen 500 Millionen Euro in den Ausbau der Verkehrsnetze fließen, während 227 Millionen Euro für den Bau oder die Modernisierung von Wettkampfstätten reserviert sind. Das Bewerbungskonzept betont, dass diese Investitionen ein dauerhaftes Erbe für die Stadt hinterlassen würden.

Doch das Vorhaben stößt auf Skepsis. Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, hinterfragte die Zuverlässigkeit der Finanzprognosen. Er argumentierte, dass Veranstalter oft zu optimistische Zahlen verwenden, um die Spiele kostengünstiger erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich sein könnten. Als Beispiel verwies er auf Paris, wo allein die Sicherheitskosten für die Olympischen Spiele 2024 1,4 Milliarden Euro betrugen – eine Summe, die in Berlins Schätzungen für öffentliche Dienstleistungen noch nicht berücksichtigt ist.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Bewerbungsentwurf des Senats enthält keine endgültige Gesamtsumme für die Kosten öffentlicher Dienstleistungen. Diese Ausgaben, zu denen Sicherheit, Notdienste und städtische Abläufe zählen, könnten erst dann genau beziffert werden, wenn der genaue Umfang und die Anforderungen der Spiele feststehen.

Berlins Bewerbung skizziert zwar ein klares Finanzgerüst, lässt aber einige zentrale Zahlen offen. Der Senatsplan setzt auf Einnahmen aus kommerziellen Quellen, um die Betriebskosten zu decken, während die Infrastrukturausgaben der Stadt auch langfristig zugutekommen sollen. Ohne konkrete Angaben zu den Kosten für öffentliche Dienstleistungen bleibt die vollständige finanzielle Belastung jedoch ungewiss.

Quelle