Baden-Württembergs Exporte wachsen – doch geopolitische Risiken dämpfen die Hoffnung
Juan MentzelMehr Optimismus bei den Ausfuhren - Unsicherheit bleibt hoch - Baden-Württembergs Exporte wachsen – doch geopolitische Risiken dämpfen die Hoffnung
Industrieunternehmen in Baden-Württemberg zeigen vorsichtigen Optimismus, während sie eine schwierige Phase hinter sich lassen. Neue Exportprognosen für 2026 deuten auf eine leichte Verbesserung der Stimmung hin, doch bleiben Sorgen über geopolitische Risiken und sich wandelnde Handelsströme bestehen. Die Exportwachstumsraten der Region haben in den letzten Jahren weite Teile Deutschlands übertroffen, doch in Schlüsselmärkten wie den USA und Asien herrscht weiterhin Unsicherheit.
In den vergangenen fünf Jahren sind die Exporte Baden-Württembergs schneller gewachsen als in den meisten anderen Bundesländern. Zwischen 2021 und 2025 stiegen die Ausfuhren der Region nominal um etwa 12 % – von 178 Milliarden Euro auf voraussichtlich 200 Milliarden Euro. Treibende Kräfte dieses Wachstums waren vor allem die starke Automobil- und Maschinenbauindustrie, wodurch Baden-Württemberg Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Bayern (8–10 %) sowie ostdeutsche Regionen wie Sachsen (5–7 %) überflügelte. Daten des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg und des ifo Instituts unterstreichen diesen Trend.
Für die kommenden zwölf Monate rechnen nun 28 % der Industrieunternehmen mit steigenden Exporten. Allerdings erwarten 19 % weiterhin einen Rückgang. Die Einschätzungen fallen je nach Region unterschiedlich aus: 29 % der international tätigen Firmen prognostizieren wachsende Exporte nach Asien, während 19 % mit einem Rückgang rechnen. Gleichzeitig gehen 30 % von steigenden Ausfuhren in die USA aus, doch 33 % befürchten hier einen Rückgang – ein Zeichen für die Abhängigkeit des Handels von politischen Rahmenbedingungen.
Geopolitische Risiken bleiben mit 54 % der Unternehmen, die sie als zentrale Herausforderung nennen, ein großes Thema. Dennoch hat sich die Grundstimmung zu Beginn des Jahres 2026 leicht verbessert, was auf eine allmähliche Erholung nach der jüngsten Schwächephase hindeutet.
Die Exportaussichten Baden-Württembergs zeigen zwar Anzeichen einer Besserung, doch bleibt die Stimmung zwischen Optimismus und Zurückhaltung gespalten. Die starke industrielle Basis der Region hat ihr geholfen, weite Teile Deutschlands zu übertreffen, doch prägen anhaltende geopolitische Spannungen und Marktschwankungen weiterhin die Erwartungen. In den kommenden Monaten werden die Unternehmen die Handelsentwicklungen genau beobachten.
National Export Projections Highlight Regional Strength
New German export forecasts for 2030 show national growth averaging 3.63% annually in the baseline scenario, with 3.28% in the lower and 3.93% in the upper range. This broader context underscores Baden-Württemberg's faster-than-average 12% nominal growth from 2021–2025. While the region's industrial exports outpace national trends, the data reveals persistent export surpluses across Germany, suggesting structural advantages in global markets.






