Asylanträge brechen ein – doch Deutschlands umstrittene Grenzkontrollen bleiben
Franka MeisterAsylanträge brechen ein – doch Deutschlands umstrittene Grenzkontrollen bleiben
Deutlicher Rückgang der Asylanträge trifft Deutschland und Österreich besonders hart
In Deutschland und Österreich sind die Asylanträge stärker zurückgegangen als in anderen EU-Ländern. Noch vor 2024 hatten diese beiden Staaten 80 Prozent aller in der EU anerkannten syrischen Schutzsuchenden aufgenommen. Doch die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr dramatisch gesunken.
Der Rückgang folgt auf tiefgreifende politische Veränderungen in Syrien. Der Migrationsforscher Gerald Knaus sieht den Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 als Hauptgrund für die geringere Fluchtbewegung. Seiner Ansicht nach ist dieser Wandel – und nicht die europäische Politik – der entscheidende Faktor für den Rückgang der Anträge.
Trotz der sinkenden Zahlen treibt die deutsche Regierung umstrittene Maßnahmen voran. Vor einem Jahr verfügte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die Zurückweisung von Schutzsuchenden an den Binnengrenzen – eine Forderung, die zuvor nur die rechtspopulistische AfD 2015 erhoben hatte. Knaus kritisiert diese Schritte als symbolische Politik ohne nachhaltige Wirkung.
Er betont zudem, dass solche Zurückweisungen klar gegen EU-Recht verstoßen. Nach Ansicht von Knaus lenken diese Maßnahmen von den eigentlichen Fluchtursachen ab und bieten keine langfristigen Lösungen.
Deutschland und Österreich spüren nun die spürbarsten Folgen des Rückgangs der Asylanträge. Doch die aktuellen Politiken stehen weiterhin in der Kritik – sowohl wegen ihrer Rechtmäßigkeit als auch wegen ihrer Effektivität. Forscher verweisen weiterhin auf externe Faktoren, nicht auf Grenzkontrollen, als Haupttreiber des Wandels.






