07 April 2026, 06:30

Apothekenreform stößt auf massiven Widerstand aus Politik und Branche

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Apothekenreform stößt auf massiven Widerstand aus Politik und Branche

In Deutschland formiert sich Widerstand gegen die geplante Apothekenreform – sowohl von Politikern als auch von Vertretern der Branche. Sie kritisieren, dass zentrale Punkte fehlen, darunter die festgelegte Erhöhung der Rezeptgebühr auf 9,50 Euro. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der Zukunft ländlicher Apotheken und der stabilen Arzneimittelversorgung.

Gegner der Reform monieren insbesondere, dass die geplante Anhebung der Zuschlaggebühr auf 9,50 Euro pro Rezept nicht umgesetzt wird. Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher der CSU, unterstützt die Forderung der Apotheker nach dieser Erhöhung. Er betont, wie entscheidend dies sei, um die lokale Versorgung mit Medikamenten zu sichern – besonders angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Online-Apotheken.

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Carolina Trautner, Apothekerin und Mitglied im Gesundheitsausschuss Bayerns, warnt, dass wirtschaftliche Belastungen und bürokratische Hürden die Arzneimittelversorgung gefährden könnten. Sie unterstreicht die Notwendigkeit von Verlässlichkeit und Stabilität im System. Beide Politiker lehnen Pläne ab, die es Pharmazeutisch-technischen Assistenten ermöglichen würden, Apotheken ohne anwesenden Apotheker zu führen.

Bernd Stocker, Regionalverkaufsleiter beim Pharmagroßhändler Noweda, verweist auf finanzielle Schwierigkeiten, die es zunehmend erschweren, Käufer für ländliche Apotheken zu finden. Seidenath fordert zudem gleiche Regeln für Transport, Lagerung und Dokumentation – sowohl für Online- als auch für Präsenzapotheken. Die Befürworter lokaler Apotheken argumentieren, dass eine stärkere Unterstützung notwendig ist, um eine zuverlässige Patientenversorgung zu gewährleisten.

Die Reformgegner fordern eine Überarbeitung, um Finanzierungslücken und betriebliche Herausforderungen zu beheben. Sie sind überzeugt, dass eine Gebührenerhöhung und fairere Regelungen die Zukunft der Apotheken – insbesondere in unterversorgten Regionen – sichern würden. Ohne Nachbesserungen, so die Warnung, könnten sowohl der Zugang zu Medikamenten als auch die Wirtschaftlichkeit der Betriebe leiden.

Quelle