Apothekenbranche kämpft mit massivem Fachkräftemangel durch Renteneintrittswelle
Franka MeisterApothekenbranche kämpft mit massivem Fachkräftemangel durch Renteneintrittswelle
Deutschlands Apothekenbranche steht vor einer massiven Fachkräftekrise: Immer mehr Beschäftigte erreichen das Rentenalter.
In den nächsten 15 Jahren wird fast ein Drittel der deutschen Erwerbsbevölkerung das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreichen. Für Apotheken wird der Personalengpass besonders spürbar sein, da ein großer Teil der Belegschaft kurz vor dem Berufsausstieg steht.
2024 waren fast ein Drittel der Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland 56 Jahre oder älter. Die größte Altersgruppe – 13,5 Prozent – war zwischen 56 und 60 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Apotheker in öffentlichen Apotheken lag bei 48,4 Jahren, wobei Männer mit 50,1 Jahren etwas älter waren als Frauen mit 47,8 Jahren. Apothekenleiter waren im Schnitt noch älter: 53,6 Jahre.
Bis 2039 werden rund 13,4 Millionen Erwerbstätige – fast ein Drittel der Gesamtbelegschaft des Vorjahres – das Rentenalter überschritten haben. In Apotheken ist der Anteil der über 55-Jährigen mit einem Viertel bereits höher als im bundesweiten Durchschnitt. Gleichzeitig bleibt der Nachwuchs knapp: Nur 10,7 Prozent der Apotheker sind jünger als 30, und 12,5 Prozent sind zwischen 31 und 35 Jahre alt.
Um den drohenden Personalmangel zu bewältigen, müssen Apotheken neue Fachkräfte gewinnen und ihre Effizienz steigern. Digitale Lösungen könnten eine Schlüsselrolle spielen, um Arbeitsabläufe zu optimieren und die Arbeitsbelastung zu verringern. Eine Prozessverbesserung wird ebenfalls entscheidend sein, um den Übergang zu meistern, wenn erfahrene Mitarbeiter die Branche verlassen.
Die bevorstehende Rentenwelle der Babyboomer-Generation wird die Belegschaft in Apotheken deutlich schrumpfen lassen. Da zu wenige junge Apotheker nachrücken, muss der Sektor schnell handeln. Digitalisierung und gezielte Nachwuchsstrategien werden in den kommenden Jahren entscheidend sein, um die Versorgungsqualität aufrechtzuerhalten.






