26 April 2026, 20:31

Apotheken kämpfen mit Verlusten bei pharmazeutischen Dienstleistungen trotz hoher Nachfrage

Eingang zu einer Apotheke mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite, beleuchteten Lampen auf dem Dach und Gegenständen im Hintergrund.

Apotheken kämpfen mit Verlusten bei pharmazeutischen Dienstleistungen trotz hoher Nachfrage

Eine neue Studie zeigt, dass viele deutsche Apotheken mit remunerierten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) kaum Gewinne erzielen. Trotz steigender Nachfrage führt das aktuelle Finanzierungsmodell oft dazu, dass sie draufzahlen. Forscher warnen: Ohne Reformen könnten diese wichtigen Gesundheitsleistungen langfristig nicht mehr tragbar sein.

Die von Professor Kaapke Projekte durchgeführte Untersuchung ergab, dass fast 78 Prozent der Apotheken mindestens eine pDL anbieten. Besonders verbreitet sind Schulungen zur Inhalationstechnik und Medikamentenberatungen. Dennoch bleibt ein beträchtlicher Teil der insgesamt 537 Millionen Euro, die für pDL vorgesehen sind, ungenutzt.

Ein Beispiel für die finanzielle Belastung sind Bluthochdruck-Risikobewertungen, für die Apotheken pro Check nur 11,20 Euro erhalten. Mehr als die Hälfte aller Apotheken macht mit diesen Untersuchungen Verluste, lediglich jede dritte erzielt einen Überschuss. Die Freie Apothekerschaft (FA) bestätigt zwar, dass Apotheken über das nötige Fachwissen für pDL verfügen, kritisiert aber, dass die aktuellen Vergütungen die Kosten nicht decken.

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Neben den Finanzierungsproblemen sehen sich Apotheken weiteren Hindernissen gegenüber: Personalmangel, hoher administrativer Aufwand, strenge räumliche Vorgaben und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen erschweren die Umsetzung. Gesundheitsministerin Nina Warken schlug kürzlich vor, nicht genutzte pDL-Mittel in die allgemeine Apothekenvergütung umzuleiten. Die Studie warnt jedoch, dass ein solcher Schritt die Entwicklung spezialisierter pDL-Angebote schwächen könnte.

Die Ergebnisse untermauern die Forderungen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) nach höheren pDL-Honoraren. Nur mit einer nachhaltigen Finanzierung ließen sich diese Leistungen langfristig sowohl für Apotheken als auch für Patienten sichern, so die Argumentation.

Die Studie macht deutlich, wie groß die Kluft zwischen dem Potenzial der pDL und ihrer wirtschaftlichen Realität ist. Ohne angepasste Vergütung könnten viele Apotheken gezwungen sein, diese Dienstleistungen einzustellen. Die Autoren betonen, dass eine fairere Finanzierung der Schlüssel ist, um den langfristigen Zugang für Patienten zu gewährleisten.

Quelle