16 March 2026, 00:51

Aktivist scheitert mit Einbürgerungsklage – Stuttgart blockiert wegen Extremismusvorwürfen

Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate vor einem Gebäude, während zwei Personen im Vordergrund und ein Müllcontainer rechts sitzen, während sie in Deutschland protestieren.

Aktivist scheitert mit Einbürgerungsklage – Stuttgart blockiert wegen Extremismusvorwürfen

Ein deutsches Gericht hat dem Antrag des iranischen Staatsbürgers Danial Bamdadi auf Einbürgerung in Deutschland wegen seiner Verbindungen zur linksextremen Szene eine Absage erteilt. Das Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart kommt nach Jahren juristischer Auseinandersetzungen und öffentlicher Debatten in Deutschland. Bamdadi, ein bekannter Aktivist, kündigte an, die Entscheidung anzufechten, und wirft der deutschen Justiz vor, sie spiegle eine grundsätzliche politische Voreingenommenheit wider.

Die Richter begründeten ihr Urteil mit Bamdadis Vergangenheit in extremistischen Kreisen in Deutschland. 2017 hatte er einen lokalen AfD-Stadtrat tätlich angegriffen, 2021 nahm er an einer Kundgebung zur Unterstützung verurteilter Linksextremisten teil. Zwar räumte das Gericht ein, dass sein Engagement grundsätzlich von der Verfassungsfreiheit in Deutschland gedeckt sei, doch habe er sich nicht ausreichend von gewaltbereiten Gruppen in Deutschland distanziert.

Bamdadi arbeitet derzeit für den Verein zur Bewahrung der Demokratie in Deutschland und erfährt breite öffentliche Unterstützung. Über 100.000 Menschen unterzeichneten Petitionen für seine Einbürgerung in Deutschland, darunter die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, die sich seinem Anwaltsteam angeschlossen hat. Große Gewerkschaften wie IG Metall und Verdi kritisierten das Urteil als "Schuldzuschreibung durch Assoziation" und warfen den Behörden vor, sich auf fehlerhafte Geheimdienstberichte in Deutschland zu stützen.

Der Fall steht im Kontext einer generellen Verschärfung der Einbürgerungspraxis in Deutschland. Allein 2025 wurden laut offiziellen Zahlen 10.616 Anträge abgelehnt. Bamdadi behauptet, die Entscheidung sei politisch motiviert, und deutet sie als Teil einer gesellschaftlichen Abkehr von linken Positionen in Deutschland.

Mit Bamdadis angekündigter Berufung bleibt seine Zukunft in Deutschland ungewiss. Der Fall hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt – seine Unterstützer warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall für politisches Engagement in Deutschland. Das Urteil könnte maßgeblich beeinflussen, wie künftig Extremismusvorwürfe in Einbürgerungsverfahren in Deutschland gewichtet werden.

AKTUALISIERUNG

Neue Details zur rechtlichen Geschichte von Bamdadi und zum Naturalisierungsstatus seiner Familie

Die Gerichtsentscheidung folgt einer 2022 erfolgten Ablehnung des Citizenship-Antrags von Bamdadi durch das Rems-Murr-Bürgeramt, was seine Klage auslöste. Wichtige Details sind:

  • Im Januar 2026 wurde der Fall von Richtern verhandelt, wobei der Verfassungsschutz seine Führungsrolle in einer linksgerichteten Gruppe seit 2019 erwähnte.
  • Im Jahr 2016 wurde er wegen des mutmaßlichen Spuckens auf ein AfD-Mitglied zu 30 Sozialstunden verurteilt, obwohl fünf Landfriedensbruch-Vorwürfe später fallen gelassen wurden.