10 April 2026, 18:33

AfD startet "Messer-App": Wie Berlin zum Wahlkampf-Thema wird

Ein schildförmiges Polizeibadge mit "Polizei Berlin" in schwarzer fettgeschriebener Schrift auf einem blauen Hintergrund mit einem weißen Stern und Rahmen, das auf einer Oberfläche platziert ist.

AfD startet "Messer-App": Wie Berlin zum Wahlkampf-Thema wird

Messergewalt in Berlin ist vor den anstehenden Wahlen zu einem zentralen politischen Thema geworden. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) hat ein Online-Tool gestartet, um Angriffe zu dokumentieren, und wirft der regierenden Koalition vor, wichtige Details zu verschleiern. Die Partei behauptet, die Initiative werde die Behörden dazu drängen, mehr Daten zu Gewaltstraftaten zu veröffentlichen.

Der Berliner Landesverband der AfD präsentierte die sogenannte "Messer-App", eine Online-Übersicht mit polizeilich erfassten Messerangriffen, Verletzungen und einer interaktiven Karte der Tatorte. Parteivertreter argumentieren, das Tool erhöhe die Transparenz in einer Stadt, in der solche Daten selten öffentlich zugänglich sind.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden in Berlin im Jahr 2024 insgesamt 3.412 Messerangriffe registriert – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD verwies zudem auf einen drastischen Anstieg von 68 Prozent bei waffenbezogener Gewalt im Jahr 2025 und warnte vor einer verschärften Bedrohung der öffentlichen Sicherheit.

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Kristin Brinker, Fraktionsvorsitzende der AfD, kritisierte die Koalition scharf, weil sie Informationen zurückhalte – insbesondere die Herkunft der Tatverdächtigen. Berlin gehört zu den wenigen Bundesländern, die diese Angabe nicht veröffentlichen. Die Partei fordert, stärkeren Druck aufzubauen, um mehr Daten freizugeben.

Die Linke verurteilte das Vorhaben der AfD als Versuch, "gezielt Angst zu schüren" und "Hass gegen Migranten zu schüren". Kritiker werfen der Partei vor, das Ausmaß des Problems zu überzeichnen, indem sie polizeiliche Einsatzmeldungen mit den tatsächlich erfassten Fällen vergleiche – letztere lägen oft deutlich niedriger.

Mit ihrer Kampagne hat die AfD das Thema Messergewalt in den Mittelpunkt des Berliner Wahlkampfs gerückt. Während die Forderung nach mehr Transparenz auf Zustimmung stößt, steht die Partei gleichzeitig in der Kritik, Stimmung zu machen. Die Polizeistatistiken zeigen indes einen klaren Aufwärtstrend – sowohl bei Messer- als auch bei Schusswaffen-Delikten.

Quelle